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Lernen von Ariane Froidevaux

Ältere sind zufriedener, wenn sie anderen wichtig sind

15. Februar 2017

Ältere Mitarbeiter sowie Pensionierte, die denken, für andere wichtig zu sein, sind mit ihrem Leben zufriedener und fühlen sich besser. Das zeigen zwei neue Umfragen Schweizer Forscher.

Die eigene Bedeutsamkeit

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Ein Schweizer Psychologenteam um Ariane Froidevaux hat Ältere dazu befragt, wie sie ihre eigene Bedeutsamkeit wahrnehmen. Im Journal of Vocational Behavior berichten sie darüber. 161 ältere Arbeitnehmer (Durchschnittsalter: 59) und 178 Rentner (Durchschnittsalter: 68) gaben im Fragebogen an, ob sie durch andere unterstützt wurden. Ein Jahr später füllten sie nochmal einen Fragebogen aus, diesmal zur eigenen Bedeutsamkeit („mattering“), zur Lebenszufriedenheit und zu guten Gefühlen. Die Ergebnisse:

Wichtig sein, sich gut fühlen

Wer anderen wichtig war, fühlte sich besser. Die befragten Älteren, die sich von anderen unterstützt sahen („Es gibt Menschen, die mir Hilfe anbieten, wenn ich welche brauche.“), dachten ein Jahr später, dass sie für andere wichtig sind. Diese erlebte Bedeutsamkeit ging damit einher, dass die Befragten mit ihrem Leben zufriedener waren („In den meisten Bereichen entspricht mein Leben meinen Idealvorstellungen.“) oder häufiger gute Gefühle hatten („zufrieden, freudig“).

Die Rentenplanung wurde nicht beeinflusst. Die Forscher untersuchten auch, ob soziale Unterstützung oder die erlebte Bedeutsamkeit die Rentenplanung beeinflusste („etwas über die Pensionierung lesen“, „mit anderen über den Renteneintritt reden“). Das war jedoch nicht der Fall. Der wahrgenommene eigene Stellenwert führte offenbar nur zu besseren Gefühlen und mehr Zufriedenheit.

Bei Bedeutsamkeitserleben ansetzen

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Sich selbst als maßgeblich zu betrachten, war also ein wichtiges Bindeglied fürs Wohlbefinden, sowohl für ältere Arbeitnehmer als auch für Rentner. Daher raten die Forscher jenen, die Ältere betreuen, mehr darauf zu achten: „Wir empfehlen Beratern, Ärzten und Pflegekräften, auf dieses Bedeutsamkeitserleben zu achten, weil es für das Selbstkonzept grundlegend ist. Dadurch kann sich das Wohlbefinden älterer Klienten verbessern.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Ariane Froidevaux (Institute of Psychology, University of Lausanne), Andreas Hirschi (Institute of Psychology, University of Bern) & MoWang (Department of Management, University of Florida). (2016). The Role of Mattering as an Overlooked Key Challenge in Retirement Planning and Adjustment [Abstract]. Journal of Vocational Behavior, 94, 57-69.

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