Magazin

Ist digitales Arbeiten unsere Zukunft?

Im Mai 2020 hatte Fraunhofer FIT eine Analyse der ersten Erhebungswoche (1.-7. April 2020) mit etwa 500 ausgewerteten Fragebogen vorgestellt. Über 80 Prozent der Befragten – 79 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer – waren demnach zufrieden im Homeoffice.

Führungskräfte auf Distanz

Macht korrumpiert – soweit das Klischee. Die Realität zeigt jedoch, dass oft gerade Führungskräfte die Konsequenzen ihres Handelns für andere mit bedenken und sich ihrer Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden sehr bewusst sind. Ein Bewusstsein, das sich positiv auf die Zusammenarbeit und auf die Teammitglieder selbst auswirkt. Welche Voraussetzungen diesen positiven Effekt bei Personen in Führungsrollen befördern und wie sich Remote Work kurzfristig auf deren Verantwortungsgefühl auswirken, haben Forscherinnen und Forscher rund um PD Dr. Annika Scholl in der Arbeitsgruppe Soziale Prozesse am Tübinger Leibniz-Institut für Wissensmedien untersucht.

Ausländische Mitarbeitende langfristig binden

Nicht erst durch die zunehmende Nutzung von Homeoffices durch die Corona-Pandemie, sondern auch als Konsequenz der Globalisierung findet Zusammenarbeit zunehmend virtuell statt. Wie sich diese Kooperationsform auf das Verantwortungsbewusstsein von Führungskräften gegenüber ihren Teams auswirkt, haben aktuelle Studien des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) in Tübingen untersucht.

Mit Anticlustering möglichst gleiche Päckchen packen

Manchmal ist es wichtig, ganz unterschiedliche Dinge in möglichst ähnliche Gruppen zu sortieren: Wissenschaftlich heißt dies „Anticlustering“. Der Psychologe Dr. Martin Papenberg und der Informatiker Prof. Dr. Gunnar Klau von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) haben dazu neue Verfahren entwickelt und diese der Forschungsgemeinde zur Verfügung gestellt. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Fachzeitschrift Psychological Methods vor.

Innovationen sind auch bei Heimarbeit möglich

Auch ohne persönliche Arbeitstreffen ist Kreativität möglich, wenn die richtigen Kommunikationsmedien gewählt werden – das hat eine Untersuchung von Wirtschaftswissenschaftlern der Leibniz Universität Hannover und der Universität zu Köln ergeben.  

Jetzt zugreifen oder lieber warten?

Ob Flugtickets, Gebrauchtwagen oder Wohnungssuche – überall stellt sich die Frage: Soll ich jetzt schon zuschlagen oder lieber warten, ob noch ein besseres Angebot kommt? Entscheidungen zu treffen, wenn die Optionen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander präsentiert werden, fällt Menschen oft schwer – besonders wenn die Zeit knapp ist und ein einmal abgelehntes Angebot später vielleicht nicht zur Verfügung steht. „Solche Situationen begegnen uns im Alltag unzählige Male, etwa bei der Parkplatzsuche, beim Hauskauf oder bei der Partnerwahl“, sagt Christiane Baumann vom Psychologischen Institut der Universität Zürich. „Trotzdem ist bisher nicht näher untersucht worden, wie wir uns dabei verhalten.“ Unter der Leitung von Kognitionspsychologin Bettina von Helversen (vormals UZH, jetzt Universität Bremen) und in Zusammenarbeit mit Sam Gershman (Harvard University) hat die Doktorandin verschiedene Experimente zu dieser Frage durchgeführt. Anhand der Resultate konnte sie ein Modell zur Strategie entwickeln, die Menschen bei der Entscheidungsfindung anwenden.

So arbeiten Mensch und künstliche Intelligenz optimal gemeinsam

Die Nutzung künstlicher Intelligenz kann zu sicherem, eigenverantwortlichem und selbstbestimmtem Arbeiten führen sowie zu wettbewerbsfähigen Arbeitsplätzen beitragen. So können beispielsweise gefährliche Tätigkeiten durch KI-Assistenzsysteme ausgeführt werden. Zudem können Arbeitnehmende bei komplexen Prozessen und Entscheidungen durch KI-Systeme unterstützt werden. Aber wie lässt sich die Mensch-Maschine-Arbeit gut gestalten? Ein neues Whitepaper der Plattform Lernende Systeme gibt hierzu Antworten.

Crowdwork im Unternehmen

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können von interner Crowdwork profitieren. Es braucht aber klare Regeln, damit das funktioniert und Beschäftigte nicht unter Mehrbelastung leiden, in der Freizeit arbeiten müssen oder sich das Betriebsklima durch zunehmenden Konkurrenzdruck verschlechtert. Das zeigt eine aktuelle, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte und vom Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel durchgeführte Studie.

Masken erschweren es, Mimik zu lesen

Gesichtsmasken zu tragen, ist eine wesentliche Hygienemaßnahme, die verhindern soll, dass bestimmte Atemwegserkrankungen wie COVID-19 übertragen werden. „Obwohl immer mehr Europäerinnen und Europäer solche Masken akzeptieren, haben viele das Gefühl, dass die soziale Interaktion durch das Tragen einer Maske beeinträchtigt wird. Das stellt ein großes Hemmnis für das konsequente Tragen der Masken dar“, erläutert Wahrnehmungspsychologe Prof. Dr. Claus-Christian Carbon. Der Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre an der Universität Bamberg hat dazu eine experimentelle Studie durchgeführt.

Jung, weiblich und extravertierter?

Ausgewertet wurden für die Studie Online-Fragebögen von rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, die ein Smartphone besitzen. Im Durchschnitt betrug das Alter der Teilnehmenden 35,53 Jahre alt, ein Großteil der Befragten war zwischen 22 und 49 Jahren alt. In der Stichprobe erwies sich der Messenger-Dienst WhatsApp als die am häufigsten verwendete Plattform mit der größten Reichweite (92 %), dahinter folgen Facebook (57,7 %) und Instagram (46,3 %).

Besitzer von Autos mit hohem Status auf Kollisionskurs

Warum hat man den Eindruck, dass BMW- und Audi-Besitzer oft wie Idioten fahren? Ist es das Auto, das sie dazu bringt, sich hinter dem Steuer aggressiv zu verhalten, oder fühlen sich Menschen, die eher gegen Verkehrsregeln verstoßen, zu solchen Autos hingezogen? Die Forschung von Jan-Erik Lönnqvist, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Helsinki, liefert dazu einige Antworten.

Unter Unsicherheit entscheiden wir nicht rational

Wir treffen Entscheidungen unter Unsicherheit nicht in einer Weise, die wir gemeinhin als „rational“ beschreiben würden. Diese grundlegende Erkenntnis der Entscheidungsforschung des renommierten Psychologen Daniel Kahneman und des Kognitionsforschers Amos Tversky hat nun eine großangelegte internationale Studie bestätigt. Gleichzeitig belegte sie ihre weltweite Anwendbarkeit.