Glaubwürdig kommunizieren – Vertrauen gewinnen und überzeugen

Glaubwürdigkeit ist ein wichtiger Faktor, um überzeugend auftreten und führen zu können. Das gilt insbesondere in Zeiten, in denen das Vertrauen schwindet und Fakten als alternativ betrachtet werden. Hier finden Sie drei Tipps für Ihre glaubwürdige Kommunikation.

Ob in Meetings, bei Präsentationen, Mitarbeitergesprächen, Verhandlungen und Podiumsdiskussionen oder in Form von Leitsätzen und Kampagnen etc.: Kommunikation ist das direkteste Werkzeug erfolgreicher Führung. 

Dementgegen steht die Erfahrung vieler Mitarbeitender, dass Worte nichts kosten und häufig leichtfertig ausgesprochen werden. Was heute professionell und wohlklingend kommuniziert wird, kann schon bald ebenso geschickt wieder relativiert oder gar gegenteilig dargestellt werden. Vor diesem Hintergrund stößt auch die beste Rhetorik an ihre Grenzen, falls den Worten nicht geglaubt und deshalb auch nicht gefolgt wird.

Wenn Sie als glaubwürdig gelten, bringt das immense Vorteile für Ihre Führungstätigkeit. Dies gilt besonders in Zeiten der Krise und es Wandels, da hier Flexibilität und Agilität gefordert sind, was umso mehr nach glaubwürdiger Kommunikation verlangt.

Was können Sie also tun, dass andere Menschen Ihnen glauben?

1. Machen Sie einen glaubwürdigen Eindruck

Angenommen, Sie sprechen zu oder mit einer Person, die Sie nicht kennt und auch noch keine Informationen über Sie erhalten hat: Hier wird die Einschätzung, ob Sie glaubwürdig sind oder nicht, aufgrund wahrnehmbarer Faktoren erfolgen. Kernaspekte stellen dabei Ihre Körpersprache und Kleidung, Ihre Stimme und Sprechweise sowie Ihre gesprochenen und geschriebenen Worte dar.

Glaubwürdigkeit wird also zuallererst durch kommunikative Faktoren vermittelt, die nach außen wirken. Ob Sie dabei Hintergedanken haben, eine Strategie verfolgen, die Wahrheit sagen etc. spielt auf dieser Ebene eine untergeordnete Rolle. Der Grund dafür ist, dass das Ihre Gegenüber zwar ahnen oder vermuten, jedoch in der Regel nicht wissen können. Darum geht es primär um Äußerlichkeiten wie ein authentisches und situationsgerechtes Auftreten, eine unaufgeregte und nicht überengagierte Sprechweise sowie nachvollziehbare und zielgruppenorientiert dargebrachte Inhalte. Dabei können Sie auch persönliche Eigenheiten zeigen, solange diese nicht berechnend, unangenehm oder gefährlich wirken. Beispielsweise wird Ihre Glaubwürdigkeit durch zu wenig Blickkontakt, schnelle und fahrige Gesten, schlecht einzuordnende oder gar abwertende Bemerkungen usw. gemindert.

Kommunizieren Sie mit Menschen, die Sie bereits kennen oder die über Informationen zu Ihrer Person verfügen, nimmt das Einfluss: Wenn Sie also aufgrund vergangener Interaktionen als glaubwürdig gelten und über eine diesbezügliche Reputation verfügen, wirkt sich das positiv auf Ihre aktuelle Kommunikation aus. 

Ein älterer Mann sitzt und mit mehreren jüngeren Kolleg:innen mit Kaffee um einen Tisch.

Kleidung, Auftreten und Kommunikation müssen auf die Situation und das Gegenüber abgestimmt sein, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu erzeugen. (Foto: WavebreakMediaMicro – AdobeStock)

2. Bauen Sie Vertrauen auf

Glaub- und Vertrauenswürdigkeit haben viele Gemeinsamkeiten. Deshalb ist es für Sie im Sinne einer glaubwürdigen Kommunikation bedeutsam, Vertrauen aufzubauen. Mit Blick auf die Vertrauensthematik wird häufig in Selbstvertrauen, zwischenmenschliches Vertrauen und systemisches Vertrauen unterschieden. Dabei macht es für Sie im Führungskontext Sinn, auf allen drei Ebenen Vertrauensaufbau zu betreiben. Das ist der Fall, da Ihr Selbstvertrauen, zwischenmenschliches Vertrauen und systemisches Vertrauen miteinander verbunden sind und sich auf Ihre Führungstätigkeit auswirken.

So lässt Sie ein gefestigtes inneres Vertrauen in sich selbst offener und sicherer nach außen wirken. Das stellt ein gutes Fundament für Ihr Führungshandeln und für Ihre diesbezüglichen Interaktionen mit anderen Menschen dar: Einerseits können Sie dadurch selbst leichter vertrauen und bekommen andererseits auch mehr Vertrauen entgegengebracht. Dies hat wiederum positive Effekte auf Ihr Systemvertrauen, da gesellschaftliche Systeme durch Menschen repräsentiert werden. Das trifft auf Ihre Kontakte mit anderen Systemvertretenden ebenso zu wie auch wenn Sie selbst als Führungskraft ein System bzw. eine Organisation, ein Unternehmen, eine Institution etc. repräsentieren.

Konkret bedeutet das beispielsweise: Innerhalb einer herausfordernden Kommunikationssituation wie einem schwierigen Mitarbeitergespräch, einer harten Verhandlung oder einem kritischen Interview etc., werden Sie auf Basis eines gefestigten Selbstvertrauens authentischer und ruhiger agieren. Dadurch wirken Sie im zwischenmenschlichen Bereich vertrauensgewinnend, was sich wiederum vertrauensförderlich auf das von Ihnen repräsentierte Unternehmen auswirkt. Somit können Sie in der betreffenden Situation glaubwürdiger kommunizieren sowie die mit Ihnen Interagierenden und gegebenenfalls auch Ihr Publikum eher überzeugen.

Zudem sei besonders im Hinblick auf das zwischenmenschliche Vertrauen noch angemerkt, dass Vertrauensentwicklung Zeit bzw. vertrauenswürdiges Verhalten über einen längeren Zeitraum hinweg braucht. Des Weiteren verkörpert auch hier die Reputation einen bedeutsamen Faktor.

3. Überzeugen Sie zielgerichtet

Wenn Ihnen Glaubwürdigkeit zugeschrieben und Vertrauen entgegengebracht wird, werden Ihre gesprochenen und geschriebenen Worte wesentlich mehr Wirkung entfalten. Dadurch können Sie Ihre Kommunikations- bzw. Führungsziele überzeugender vertreten. Dafür gilt es, Ihre rhetorischen Herangehensweisen und Techniken, wie z. B. Ihre Argumente, Vorteils- und Nutzendarstellungen, Fragen, Einwände und Einwandbehandlungen sowie Ihre angestrebten Rede- und Gesprächsabläufe etc. auf Ihr Thema, Ihre Zielsetzung und Ihre Gegenüber abzustimmen.

Achten Sie hierbei neben aller pragmatisch notwendiger und rhetorisch ratsamer Zielgerichtetheit darauf, Ihre gegebenenfalls gute Reputation nicht für kurzfristige Erfolge zu gefährden. 

Fazit

Ihre Glaub- und Vertrauenswürdigkeit sowie Ihre Überzeugungswirkung stehen miteinander in Verbindung. Somit erscheint es für Sie als Führungskraft empfehlenswert, sich mit diesen Themen und deren Zusammenwirken zu beschäftigen sowie möglichst glaubwürdig zu kommunizieren.
 

Literatur [Werbung]

Becher, F. (2020). Psychologie und Körpersprache im Job: Überzeugend auftreten und kommunizieren. Freiburg: Haufe.

Becher, F. (2020). Rhetorik im Job: Der Baukasten für erfolgreiche Reden und Gespräche. Freiburg: Haufe.