Leben

  • Wie man auch unter Stress klug entscheidet

    Viele Ratgeber befürworten es, bei Entscheidungen auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Emotionen sind als Ratgeber für die Entscheidungsfindung jedoch schlechter geeignet als ihr Ruf es vermuten lässt. Für gute Entscheidungen braucht es in den meisten Fällen analytisches Denken. Unser roter Faden hilft Ihnen dabei, auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und klug zu entscheiden.
  • Teufelskreis des Zynismus

    Respektlose Behandlung zu erfahren, kann laut den Ergebnissen einer Studie von internationalen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zur Entwicklung eines zynischen Menschenbildes führen. Ein zynisches Menschenbild trägt wiederum dazu bei, dass Menschen weitere respektlose Behandlung durch andere erfahren und sich auch selbst respektlos gegenüber anderen verhalten.
  • Bei komplexen Entscheidungen gilt: Aus viel mach zwei

    Wenn wir zwischen drei und mehr Alternativen wählen müssen, richtet sich unsere Aufmerksamkeit meist auf die beiden aussichtsreichsten Kandidaten. Je rascher wir das tun, desto schneller fällen wir unsere Entscheidung. Dies berichten Psychologinnen und Psychologen der Universität Basel in der Fachzeitschrift „Nature Human Behaviour“.
  • Weltweite Unterschiede in moralischen Entscheidungen

    Die Bereitschaft, einen Menschen zu opfern, um mehrere zu retten, unterscheidet sich von Land zu Land. Das zeigt eine wissenschaftliche Studie mit 70.000 Teilnehmenden aus 42 Ländern, bei der ein Forscherteam rund um Iyad Rahwan, Direktor des Forschungsbereichs Mensch und Maschine am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, weltweite Gemeinsamkeiten und Unterschiede in moralischen Entscheidungen untersuchte. Die Ergebnisse der Studie sind im Journal PNAS erschienen.
  • Konzentrierter zuhören mit geschlossenen Augen?

    Häufig schließen wir unsere Augen, wenn wir konzentriert zuhören. Aber hören wir mit geschlossenen Augen wirklich besser als mit offenen Augen? Um diese Frage zu beantworten, haben Neurowissenschaftler an der Universität zu Lübeck die Hirnströme beim Zuhören mit offenen und geschlossenen Augen untersucht.
  • Beim Zitronenduft links abbiegen

    Hunde, Katzen, Ratten, Ameisen und viele andere Tiere können sich sehr gut anhand von Gerüchen in ihrer Umgebung orientieren. Bei Menschen wurde diese Fähigkeit bislang nicht vermutet – auch wenn es dazu bislang kaum experimentelle Studien unter kontrollierten Bedingungen gab. Diese Lücke wurde nun von Privatdozent Kai Hamburger und Professor Markus Knauff von der Abteilung für Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) geschlossen. Wie ihre Forschungen, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cognitive Science“ veröffentlicht wurden, ergeben haben, können Menschen viel besser als bislang vermutet ihre Nase nutzen, um sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden.
  • Instagram und Co bremsen die Gleichberechtigung aus

    Je intensiver junge Menschen soziale Medien nutzen, desto stärker denken sie in stereotypen Rollenbildern. Das ergab eine Umfrage der Kinderrechtsorganisation Plan International unter 1.000 jungen Frauen und Männern in Deutschland im Alter von 14 bis 32 Jahren. Die Ergebnisse des Berichts „Rollenbilder in den sozialen Medien und ihre Auswirkungen auf die Gleichberechtigung“ zeigen: Ein Drittel der befragten Mädchen und Frauen sowie über die Hälfte der Jungen und Männer, die täglich Instagram, Facebook und YouTube nutzen, finden es in Ordnung, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer.
  • Wie der Alltag zum Lichtblick wird

    Barbara Fredrickson und Lahnna Catalino haben in einer Studie untersucht, wie Beschäftigte an einem ganz normalen Tag aufblühten. Positive Aktivitäten führten dazu: jemandem helfen, sich verabreden, spielen, lernen, meditieren. Aber besonders der positive emotionale Schub, den sie durch diese Aktivitäten erfuhren. Wenn die Teilnehmer die erfreulichen kleinen Dinge intensiv wahrnehmen und genießen konnten, wurden sie achtsamer und fühlten sich langfristig wohler. Das bewusste Erleben der angenehmen Kleinigkeiten, die bei der täglichen Arbeit passieren, kann also das persönliche Aufblühen anstoßen.
  • Paradoxe Intention senkt Erwartungsängste

    Oft setzt man sich Ziele, aber erreicht sie nicht. Man will entspannter sein, wird aber dadurch noch verbissener. Hier kann paradoxe Intention helfen. Damit nimmt man sich das Gegenteil dessen vor, was man bislang erfolglos angestrebt hat. Häufig lässt sich dadurch unerwünschtes Verhalten im Beruf oder bei der Arbeit abstellen.
  • Die entscheidenden Werte eines Menschen

    Shalom Schwartz hat zusammen mit elf weiteren Forschern aus zehn Ländern seine Wertetheorie überprüft und erweitert. Danach gibt es nicht mehr nur zehn grundlegende, weltweit gültige Werte eines Menschen, sondern mit nunmehr 19 fast doppelt so viele – z.B. selbstbestimmtes Denken, Vormachtstellung, persönliche Sicherheit oder Bescheidenheit. In einer groß angelegten Studie überprüften sie diese. Insgesamt zeigte sich, dass die 19 Werte trennschärfer waren und zu vier Wertedimensionen zusammengezogen werden konnten. Einige Werte ließen sich mit den Daten allerdings nicht abbilden.
  • Mit Achtsamkeit gegen Selbstsabotage

    Mit selbstschädigendem Verhalten – ungesundes Essen, falsche Bescheidenheit, Pingeligkeit – verschafft man sich eine kurze Verschnaufpause von unliebsamer Angst oder bedrohlichen Gedanken. Ein neuer Zeitschriftenbeitrag zeigt verschiedene Formen dieser Selbstsabotage auf. Mit Achtsamkeit kann man dagegen angehen.
  • Persönlichkeitsänderung ist möglich

    US-amerikanische Psychologen haben einen Ansatz zur Persönlichkeitsänderung entwickelt. Danach bestimmt eine Person ihre zentralen Werte, legt dazu passende Aktivitäten fest, verankert diese in ihrem Leben und ändert dadurch langfristig ihre Persönlichkeit. Mit einer Fallstudie veranschaulichen die Forscher dieses Vorgehen.
  • Lieber denken anstatt grübeln

    Wer konstruktiv nachdenkt, wird kreativ. Wer grübelt, wird depressiv. Die Art des Nachsinnens entscheidet über Schöpfertum oder Stimmungstief. Das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Psychologen.
  • Facebook kennt dich besser als deine Freunde

    Computer können die Persönlichkeit eines Menschen besser beurteilen als Freunde oder Familienmitglieder. Das haben Forscher der Cambridge-Universität herausgefunden. Wu Youyou und ihre Ko-Autoren Michal Kosinski und David Stillwell setzten einen neuen Algorithmus ein, der die Persönlichkeit anhand von Facebook-Likes einschätzte.
  • Die robuste fünf Typen-Lösung

    Ein Team um die US-amerikanische Emotionsforscherin Allison Gabriel hat fünf Typen von Emotionsarbeitern im Dienstleistungsbereich herausgefunden: Tiefen-Akteure, die ihre Gefühle anpassen, Nicht-Akteure und Mittel-Akteure, die wenig oder nur moderat steuern, Oberflächen-Akteure, die Gefühle überspielen, und Komplett-Akteure, die sowohl Emotionen steuern als auch vortäuschen. Tiefen- und Nicht-Akteure sind am zufriedensten.
  • Männer sind narzisstischer

    Männer sind narzisstischer als Frauen. Alle drei Narzissmusfacetten Anspruchshaltung, Machtstreben und Gefallsucht sind bei Männern stärker ausgeprägt. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Psychologen, die in einer Metaanalyse 355 Einzelstudien der letzten fast 35 Jahre mit insgesamt über 470.000 Teilnehmern ausgewertet haben.
  • Urteil: Ein Wirtschaftspsychologe muss ein Psychologe sein

    Er nennt sich nicht nur „Wirtschaftspsychologe“, sondern bezeichnete sich sogar als der „meist gelesene Wirtschaftspsychologe Kontinentaleuropas“. Nun hat das Landgericht München I (Az: 17 HK O 19533/15) den Professor einer Münchner Privathochschule wegen Irreführung über seine Befähigung verurteilt. Er muss es unterlassen, „im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken, insbesondere im Internet, sich selbst als ‚Wirtschaftspsychologe‘ zu bezeichnen“. Bei Verstoß drohen ihm ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.