Personal

  • Psychische Gefährdungsbeurteilung entlastet Mitarbeitende

    Es ist kein Geheimnis, dass psychische Erkrankungen mittlerweile der zweithäufigste Grund für krankheitsbedingte Ausfälle sind. Gerade in Corona-Zeiten steigen diese Zahlen. Doch selbst ohne Covid – die Persönlichkeit wird nicht an der Bürotür abgelegt. Die psychische Gefährdungsbeurteilung hilft, ungünstige Arbeitsbedingungen zu identifizieren und zu verändern.
  • So gelingt Diversity-gerechte Personalauswahl

    Bei der Planung einer Eignungsdiagnostik, die auf die Vielfalt der Mitarbeiter abzielt, stehen viele Personalmanager oft vor einem Dilemma. Denn hohe prädiktive Validität und große Diversity können sich als Selektionsziele widersprechen. So sagen kognitive Leistungstests (z.B. Intelligenztests) die Arbeitsleistung sehr gut voraus, bevorzugen aber Personen mit weißer Hautfarbe aufgrund teilweise großer Gruppenunterschiede in den Mittelwerten von bis zu einer Standardabweichung.
  • Zielorientierte Mitarbeitende sind leistungsstark

    Ein Mitarbeiter ist zielorientiert, wenn er von sich aus beharrlich ein bestimmtes Leistungsziel verfolgt. Zielorientierung ist damit ein überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal, das die gedankliche und verhaltensbezogene Ausrichtung auf ein Ziel hin umfasst. Und es ist im Arbeitskontext wichtig. Denn Mitarbeiter mit einer hohen Ausprägung dieser Eigenschaft erreichen auch unter widrigen Umständen ehrgeizige Ziele.
  • Emotionale Intelligenz ist genauso wichtig wie die allgemeine

    Die emotionale Intelligenz (EI) funkelt wie der rettende Stern unter den Testkonstrukten. Kuschelig mysteriös und doch präzise verheißt sie einen menschlichen Zug bei der Personalauswahl. Die These vieler: Emotionale Intelligenz sagt Arbeitsleistung besser voraus als herkömmliche Marker wie allgemeine Intelligenz oder Persönlichkeit. Und sie ist bei Anwendern überaus beliebt. EI-Star Daniel Goleman meint in seinem Weltbestseller Working with Emotional Intelligencevon 1998 gar: „For star performance in all jobs, in every field, emotional competence is twice as important as purely cognitive abilities“ (p. 34). Stimmt das?
  • Kulturelle Werte sagen Arbeitsleistung vorher

    Vas Taras von der University of North Carolina hat zusammen mit seinen Kollegen die erste umfassende Metaanalyse zum Zusammenhang von kulturellen Werten und Arbeitsverhalten vorgelegt. Dabei zeigte sich, dass kulturelle Unterschiede jobrelevante Gefühle, Einstellungen oder Handlungen ähnlich gut vorhersagen wie Persönlichkeit oder demographische Marker.
  • Lösungsorientierung anstatt Problemanalyse

    Wenn einer Ihrer Mitarbeiter ein Kommunikationsproblem mit seinen Kollegen hat, wie gehen Sie normalerweise vor? Würden Sie auch zunächst versuchen, das Problem gründlich zu analysieren? Dieses durchaus übliche Vorgehen hat den Nachteil, dass Ursachen für Probleme oft vor dem Hintergrund von Eigenschaftskonstrukten oder intra-psychischen Dynamiken betrachtet werden. Dabei gehen der Kontext und die Komplexität des Konflikts oft unter.
  • Psychologisches Kapital lässt sich trainieren

    Eine Studie von Organisationspsychologen der Arizona State University lotet das „psychologische Kapital“ von Führungskräften und ihren Mitarbeitern aus. Damit sind zentrale Stärken gemeint, mit denen ein Mensch nicht nur zuversichtlicher wird, sondern sogar besser arbeitet und mehr leistet. Psychologisches Kapital lässt sich natürlich auch vermehren, sprich trainieren.
  • Die Bindung im Blick behalten

    David A. Richards ist Juniorprofessor für Human Resources and Organizational Behaviour an der Lakehead University in Thunder Bay (Provinz Ontario in Kanada). Ein Schwerpunkt seiner Forschung sind zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz. Zusammen mit Aaron Schat von der McMaster University hat er das Bindungsverhalten von Studenten und Angestellten untersucht und dieses in Beziehung zu anderen Verhaltensweisen gesetzt, die am Arbeitsplatz wichtig sind – veröffentlicht in einer Ausgabe des Journal of Applied Psychology.
  • Emotionale Kompetenz lässt sich trainieren

    Emotionale Kompetenz ist für viele Lebensbereiche unerlässlich. Aber lässt sie sich auch nachweislich trainieren? Ilios Kotsou und seine Forscherkollegen haben einen Monat lang Erwachsene in den wesentlichen emotionalen Vorgängen trainiert: Wahrnehmen, Verstehen, Steuern, Ausdrücken und Nutzen von Gefühlen. Und das überaus erfolgreich. Selbst ein Jahr nach Trainingsende waren die Trainierten emotional kompetenter, zufriedener, stressresistenter und hatten weniger körperliche Beschwerden sowie geringere Cortisolwerte als die Teilnehmer der Kontrollgruppe.
  • Verlässliche und verträgliche Chefs sind gefragt

    Scott DeRue von der Universität Michigan und seine Kollegen haben in einem neuen Führungsmodell Eigenschaften des Leaders und sein/ihr Führungsverhalten zusammengebracht. Häufig wurden beide Größen getrennt betrachtet. Ein guter Chef ist pflichtbewusst (Eigenschaft). Er sagt: „Das haben Sie gut gemacht.“ (Verhalten). Beides hängt zusammen und wie, das haben die Forscher überprüft, indem sie die Ergebnisse von 13 bisherigen Metaanalysen neu gewichteten. Erschienen ist die Arbeit in einer Ausgabe der Fachzeitschrift Personnel Psychology.
  • Mit Arbeitsengagement zum Erfolg

    In einer Studie haben Michael Christian und seine Kollegen überprüft, was es mit Arbeitsengagement auf sich hat. Sie haben diesen motivationalen Zustand neu definiert und in einer Metaanalyse herausgefunden, dass Arbeitsengagement ein wichtiger Erfolgsfaktor ist und sich durch Arbeitsgestaltung verbessern lässt.
  • In 20 Schritten zum Kompetenzmodell

    Kompetenzmodelle sind der letzte Schrei, wenn es um Stellenbeschreibungen geht. Viele Personaler sind begeistert davon, die entscheidenden Fähigkeiten auf einer einzigen Powerpointfolie aufleuchten zu sehen. Aber ein gutes Kompetenzmodell herzuleiten, ist nicht leicht. Die nachweislich lohnendsten Arbeitsschritte dafür haben Michael Campion und Kollegen in ihrem Beitrag „Best Practices in Competency Modeling“ zusammengetragen. Erschienen in einer Ausgabe der Fachzeitschrift Personnel Psychology.
  • Partnerschaftliches Denken fördert Commitment

    In einer Übersichtsstudie hat die Managementprofessorin Paula Morrow zusammengetragen, welche Faktoren fürs Commitment – die Bindung der Mitarbeitenden ans Unternehmen – gut sind. Am wichtigsten sind die Beziehungsgestaltung im Unternehmen, die umsichtige Einbindung neuer Kolleg*innen und Aufgabenprofile nach Veränderungsprozessen, die gut auf die Mitarbeitenden zugeschnitten sind. All dies stärkt die Bindung und damit die Leistungsfähigkeit im Unternehmen.
  • Checkliste für Entscheidungen ohne Wahrnehmungsverzerrung

    Wahrnehmungsverzerrungen führen oft dazu, dass die falschen Entscheidungen getroffen werden. So besagt die Affektheuristik z.B., dass wir zu sehr am schönen Status quo hängen, obwohl dieser in Zukunft keine Gewinne mehr abwirft. Oder die Verlustaversion rät uns zu konservativen Entscheidungen, mit denen wir zwar keine Risiken eingehen, uns aber um den Erfolg bringen.
  • Maßgeschneiderte Unternehmenskultur ist erfolgreich

    Wie hängen Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg zusammen? Chad Hartnell und seine Forscherkolleg(inn)en von der Arizona State University haben vier Kulturtypen (Clan, Adhocracy, Markt-Kultur, Hierarchie) in Relation zu ihrem Erfolg gesetzt. Die Ergebnisse: Am zufriedensten waren Mitarbeiter einer Clan-Kultur, in der auch die besten Produkte hergestellt wurden. Am innovativsten und rentabelsten waren marktorientierte Kulturen. Außerdem zeigte sich, dass die Kulturtypen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufwiesen.
  • Unbewusste Motive zur Personalauswahl

    Antje Köhler hat zusammen mit ihren Kollegen Hans-Peter Erb und Jan Eichstaedt unbewusste Motive im Zusammenhang mit der Personalauswahl untersucht. Dabei nutzte sie ein neues Messverfahren, das auf Reaktionszeiten für motivähnliche Wörter beruht. Die so gemessenen unbewussten Motive hingen mit Persönlichkeitseigenschaften zusammen, sagten allerdings Ergebnisse im Assessment Center nur mäßig und Prüfungsnoten überhaupt nicht voraus.
  • Mit präventivem Gesamtkonzept Burnout vorbeugen

    Burnout-Prävention sollte mit einem psychologisch fundierten Gesamtkonzept erfolgen. Das betonen Sabine Siegl, Frank Jacobi und Ulrich Schübel vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Um berufsbedingten Burnout anzugehen, müssen zunächst die Symptome bestimmt und deren Häufigkeit eingeschätzt werden. Das präventive Gesamtkonzept sollte alle Unternehmensebenen und Akteure einbeziehen: Unternehmensleitung, Führungskräfte und Mitarbeiter.
  • Dienende Chefs sind ein Gewinn

    Die Zahlen von Suzanne Peterson und ihren Kollegen von der Arizona State University zeigen: Selbstverliebte Manager bringen‘s nicht. Erfolgreicher sind dienende Unternehmenslenker, die ihre Mitarbeiter, Kunden und ihr Unternehmen über alles stellen. Hingebungsvolles Führen ließ sich durch die Identifikation mit dem Unternehmen erklären und machte das Unternehmen viel rentabler. Die Schlussfolgerung lautet daher: Stellt mehr dienende Führungskräfte ein!
  • Achtsamkeit als Stresspuffer

    Ein Forscherinnenteam um die Psychologin Ute Hülsheger hat herausgefunden, dass Achtsamkeit auch bei der täglichen Arbeit hilft. Wer im anstrengenden Job achtsamer war oder sich Achtsamkeit antrainierte, war weniger erschöpft und mit seinem Beruf zufriedener. Außerdem zeigte er seltener einen aufgesetzten Gefühlsausdruck. Die Ergebnisse legen nahe, mit Achtsamkeitstrainings gezielt beruflichem Stress vorzubeugen.
  • Arbeitszufriedenheit ist vielschichtig

    René Ziegler und Christian Schlett haben in einer Studie fünf Formen von Arbeitszufriedenheit bestätigt: 1) stabilisierte Zufriedenheit, bei der man nichts ändern will, 2) progressive Zufriedenheit mit beständigem Ehrgeiz, 3) resignative Zufriedenheit mit innerlicher Anpassung an negative Umstände, 4) konstruktive Unzufriedenheit, bei der die Betroffenen versuchen, ihre Unzufriedenheit zu bewältigen und 5) fixierte Unzufriedenheit ohne Änderungsversuche.
  • Mit Empowerment zu mehr Innovation

    Ein Forscherteam um Carsten Schermuly hat bestätigt, dass Mitarbeiter umso innovativer sind, je selbstbestimmter sie handeln können. Dieses Empowerment ergab sich aus einer guten Beziehung zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter. Und es war der Katalysator für Innovationen.
  • Strukturierte Interviews haben Aussagekraft

    In einer Überblicksarbeit kommen Julia Levashina von der Kent State University und ihre Forscherkollegen zu dem Schluss, dass strukturierte Einstellungsinterviews einfach besser sind als unstrukturierte, bei denen es wenig Vorgaben gibt. Forschungsergebnisse aus mehr als 20 Jahren zeigen beispielsweise, dass eine Struktur die Interviews aussagekräftiger macht, dass Fehlurteile vermieden werden und Selbstdarstellung eingedämmt wird.
  • Lebendige Leitbilder

    Unternehmensleitbilder, in denen lebendige Wörter – fassbare Gegenstände, beobachtbare Handlungen, vertraute Personen – und nur wenige abstrakte Werte vorkommen, stärken die Zusammenarbeit und verbessern die Arbeitsleistung. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler. Sie werteten Vision Statements von Notfallkliniken aus und ließen Beschäftigte Spielzeug designen.
  • Mehr Zufriedenheit durch Hobby-Glück

    Eine Übersichtsstudie bestätigt: Freizeitaktivitäten machen glücklich. Je häufiger man Hobbys nachgeht und je abwechslungsreicher sie sind, desto zufriedener ist man mit seinem Leben. Die Autoren fordern daher, dass Unternehmen die Freizeit ihrer Mitarbeiter mehr fördern.
  • Effizient und valide: Personalauswahl mit situativen Interviews

    Das Einstellungsinterview ist das am häufigsten genutzte Instrument bei der Personalauswahl. Es wird vor allem zur Endauswahl von Bewerbern, aber auch zu deren Zwischenauswahl, z.B. für ein nachgeschaltetes Assessment-Center, eingesetzt. Das verwendete Interviewverfahren sollte effizient sein und valide die geeigneten und ungeeigneten Bewerber herausfiltern. Hierzu bietet sich das situative Interview an.
  • Fragwürdig, aber akzeptiert - Persönlichkeitstests

    Die Persönlichkeitstests, die große deutsche Unternehmen bei der Personalauswahl am häufigsten einsetzen, sind zugleich die aus wissenschaftlicher Sicht fragwürdigsten. Das ergab eine Umfrage unter Personalverantwortlichen. Mit diesen Tests sollen vor allem die Eigenschaften von Führungskräften bestimmt werden.